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Valle delle Cartiere - Papiermühlental (Lombardia)
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Das Valle delle Cartiere (Papiermühlental) liegt oberhalb der Ortschaft Toscolano-Maderno am westlichen Gardaseeufer. Wer dieses Tal besucht begibt sich in ein wildromantisches und geschichtsträchtiges Tal voll interessanter Informationen, antiker Technik und unberührter Natur. Es ist auch eine kleine Reise in die Vergangenheit, wobei wir schon bei der Geschichte des Tales entlang des heute durch den Stausee Lago die Valvestino gezähmten Wildbaches Toscolano angekommen sind.

Jede Menge detaillierte Beschreibungen, auch auf Deutsch, gibt es entlang des gesamten Weges (siehe auch Bildergalerie). Deshalb werde ich es hier nur in ein paar Sätzen zusammenfassen.
Der erste gesicherte Hinweis auf die Papierherstellung führt auf das 1381 zurück. Die erste Papierfabrik steht heute noch als Ruine dirket am Beginn des Tales und war bis 1959 in Betrieb. Die Straße die heute in das Tal führt wurde erst zwischen 1871 und 1878 gebaut. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Tal nur über (Bretter)Pfade erreichbar, was Transporte äußert mühsam und gefährlich machte. Im 15. Jahrhundert wurde in allen Orten des Tales Papier hergestellt. Bis in das 16. Jahrhundert hinein war das Tal wegen der herausragenden Qualität das Papierzentrum der Republik Venedig. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts gab es ca. 60 Papierfabriken. Im Jahr 1630 kam die Produktion aber durch die Pest fast vollständig zum Erliegen. Mit Beginn der Industriealisierung kam auch der Niedergang des Tales, weil die Unternehmer den neuen Herstellungsmethoden skeptisch gegenüber standen. Die wenigen Unternehmer die sich der neuen Industriealisierung anpassen konnten, errichteten große Produktionskomplexe, z.T. auch am Gardaseeufer. Die letzte aktive Papierfabrik schloß 1962 endgültig ihre Pforten. All diese und noch viele andere Informationen kann man im Detail auf den Schautafeln entlang des Weges und im Museum nachlesen.

Die Öffnungszeiten des Museums (4. Bild): März - Juni: Sa-So 10-12 / 15-17 Uhr; Juli - 20. September: Di-So 10-12 / 15-18 Uhr; 22. September - 1. November: Sa-So: 15-17 Uhr. Eintritt: 5,00 Euro.
Anmerkung - das Papiermühlental selbst ist jederzeit frei zugänglich.

Abschließend ein paar persönliche Informationen. Den Parkplatz im Tal erreicht man, indem man in Toscolano-Maderno von der Hauptstraße zur Comune hin abbiegt und an dieser rechts vorbei fährt. Die schmale Straße führt dann vorbei an einer verfallenen Papierfabrik (2. Bild) durch Tunnels bis zum Parkplatz (siehe hier). Wer bis zum Ende des Tales geht hat 2 Möglichkeiten für den Rückweg. Die 1. führt das Tal einfach zurück, die 2. führt über die Abzweigung am Talende hinauf zum Örtchen Gaino. Der Aufstieg ist nicht schwer. Oben angekommen einfach durch den Ort Richtung Lago gehen. Am Otsende hält man sich an der Straße rechts, vorbei am Bushäuschen und hinunter nach Toscolano-Maderno. Was einen dabei immer begleitet ist der wunderschöne Blick auf den südlichen Gardasee (letztes Bild) und die Monte Baldokette. Aber keine Sorge, man geht nicht nur entlang der Straße, denn bald kann man parallel dazu einen Fußweg gehen, bei dem man direkt zu Beginn der Straße ins Papiermühlental wieder heraus kommt. Jetzt geht man diese wieder ein Stück hinauf und kommt dann am Parkplatz wieder heraus. Ach ja, Essen und Trinken mitnehmen, denn es gibt Picknickmöglichkeiten (vorletztes Bild), aber nur für diejenigen, die sich was mitgenommen haben.

Bildergalerie: Valle delle Cartiere

Info: Lage

Als Kartenmaterial empfehle ich die "Kompasskarte Nr. 102"


Eine alte Papiermühle - jetzt Museum

 


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