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Bosco Caproni - Historischer Naturlehrpfad und Steinbruch (Trentino)
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Bosco Caproni wird ein historischer Naturlehrpfad und Steinbruch genannt, der oberhalb (nordöstlich) des Ortsteiles Masone von Arco liegt. Der Name geht auf Gianni Caproni (1886-1957), einem Industriellen und Flugpionier zurück.
Die Anfahrt ist etwas versteckt, aber man kann sich an ein paar Kleinigkeiten orientieren. Man fährt von Arco kommend nach dem großen Kreisverkehr rechts in die Via Maino , dann links in die Via S. Martino und hinter der Kirche rechts Richtung Braila/Drena. Etwas bergauf trifft man dann auf einen kleinen Parkplatz links von einer Kehre (1. Bild). Sollte dieser voll sein, dann einfach die Straße ein Stück weiter bergauf fahren. Dort gibt es ein paar weitere Parkmöglichkeiten. Diese Gegend ist übrigens die Westflanke des Mte. Stivo.
Der Aufstieg beginnt an jenem beschriebenen Parkplatz vorbei an der unter Kletterern bekannten Free-Climbingwand des Policromuro durch Oliven-, Kastanien- und Steineichenwälder. Auch Wildkirschsträucher gibt es hier zuhauf. Bitte Essen und Trinken mitnehmen, denn es gibt auf der gesamten Wanderung (bis zu 3 Stunden mgl.) keine Einkehrmöglichkeit, dafür ganz oben eine wunderbare Rastmöglichkeit mit Tischen, Bänken und einem herrlichen Ausblick ins Sarcatal und auf die Marocche di Dro(drittletztes Bild). Festes Schuhwerk ist übrigens Voraussetzung, die Wanderung selbst ist allerdings nicht sehr schwierig. Auf dem Weg nach oben kommt man durch 2 Steinbrüche, den unteren und den oberen Bereich. Also nicht nach dem ersten schon kehrt machen sondern weiter zum Oberen wandern. Man hätte sonst sehr, sehr viel versäumt. Bergab empfehle ich nicht den gleichen Weg zurück zu gehen, sondern den Rundwanderweg (weiss/rot) zu nehmen. Es erschließen sich einem dabei viele interessante Einblicke in die Natur. Auf manchem Wegteil kann man noch die tiefen Furchen im Stein sehen, den die Schlitten (Brozi) beim Holztransport hinterlassen haben (vorletztes Bild).

Nun ein paar Zeilen zu den Steinbrüchen. Der Weg dorthin führt nicht nur an ihnen vorbei, sondern auch mittendurch. Man kommt sich vor, als ob man am Eingang zu einer Zauberwelt steht. Bequem und aufrecht gehend durchstreift man die Steingewölbe auf dem Weg nach oben. Der Stein heisst "Oolith", ist sehr weich, hat eine glatte Oberfläche und ist deshalb sehr gut zu bearbeiten. Dadurch ist er aber auch sehr witterungsanfällig und wurde deshalb fast ausschließlich für Innenräume, Plastiken, Reliefs, Ornamente und Altare, aber auch im Wasserleitungsbau verwendet.
Ein paar Worte zu ihrer Geschichte. Die Steinbrüche wurden seit Jahrhunderten genutzt, zuletzt zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Archivunterlagen aus dem 19. Jahrhundert belegen, dass dort seit unerdenklichen Zeiten Steine abgebaut wurden.

Erwähnen möchte ich noch, dass man hier oben umfangreiche und sanierte Schützengrabensysteme der Österreicher aus dem 1. Weltkrieg besichtigen kann (letztes Bild). Dazu braucht man nur den Wegweisern "percorso delle trincee" (Weg der Gräben) folgen.

Zurück auf dem Parkplatz empfehle ich die Weiterfahrt (bergauf) auf dieser schmalen Straße Richtung Drena. Die Fahrt ist gemütlich, da die Straße sehr eng und kurvenreich ist, dafür bieten sich herrliche Ausblicke. Kurz vor dem Ort Drena fährt man an einem Skulpturenpark unter freiem Himmel vorbei. Es lohnt sich anzuhalten und etwas hindurch zu schlendern. Von hier aus ist es nach Drena nicht mehr weit und weitere Ausflugsziele wie das Castel Drena, die Marocche di Dro, der Lago di Vavedine und der Lago di Toblino bieten sich an.

Als Kartenmaterial empfehle ich für das mittlere und nördliche Gardaseegebiet die "Kompass Wander- Radtouren- und Seekarte Nr. 071 - Alpi di Ledro, Valli Giudicarie".

Infos zu: Lage Parkplatz und Ausgangspunkt

Bildergalerie: Bosco Caproni (Historischer Naturlehrpfad)


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